Die Stadtsparkasse Düsseldorf blickt zufrieden auf das Geschäfts- und Jubiläumsjahr 2025 zurück. Gute Ergebnisse lassen auch die Bürgerdividende steigen – auf einen Rekord von 86,4 Millionen Euro. Auf dem Erfolg ruht man sich nicht aus. Das Institut hat einen Transformationsprozess gestartet. Ziel: mehr Zeit für Beratung.
Für ihr Geschäftsgebiet Düsseldorf und Monheim hatte die Stadtsparkasse Düsseldorf 2025 ein besonders dickes Plus im Gepäck: Die sogenannte Bürgerdividende stieg nach Angaben des Instituts von 49,2 auf 86,4 Millionen Euro. Dahinter steckt ein Mix aus Geldströmen, der in der Region ankommt – von Ausschüttungen über Steuern bis hin zu Spenden, Sponsoring und Mitteln aus Sparkassenstiftungen.
Ganz handfest wird das bei den Projekten vor Ort: Rund 5,5 Millionen Euro flossen laut Sparkasse als Spenden, Sponsoring, PS-Zweckertrag und Stiftungsausschüttungen in 1.054 Projekte. Zusätzlich kamen 22,2 Millionen Euro Ausschüttung an die Städte dazu (für 2024, ausgezahlt 2025). Und auch die Gewerbesteuerzahlungen sind Teil der regionalen Bilanz: 58,3 Millionen Euro entfielen auf Düsseldorf, 0,4 Millionen Euro auf Monheim.
Ein Beispiel, das viele direkt betrifft: die Sonderspendenaktion für Schulen. Was 2024 gestartet war, lief wegen guter Resonanz weiter – und diesmal gleich doppelt, in beiden Halbjahren. Im ersten Halbjahr bekamen 105 Schulen zusammen 525.000 Euro, im zweiten 117 Schulen 585.000 Euro. Bezahlt wurden Projekte, die das Miteinander stärken: Konflikt-Workshops, Zirkusprojekte, Selbstbehauptungstrainings – alles Dinge, die im Schulalltag schnell Wirkung zeigen können. Und weil Engagement nicht nur über Überweisungen geht, hat die Sparkasse auch „Manpower“ mobilisiert: Die Social Days wurden ausgebaut, knapp 400 Mitarbeitende halfen bei gemeinwohlorientierten Aktionen mit – vom Anpacken bis zur Unterstützung im Projektalltag.
Das vergangene Jahr stand ganz im Zeichen des Jubiläums. 2025 wurde das Institut 200 Jahre alt – und nutzte das Jahr nicht nur für Rückblicke, sondern auch für aktuelle Aktionen. Vorstandschef Dr. Stefan Dahm zählte bei der Jahrespressekonferenz gleich mehrere Highlights auf: das Sponsoring des Düsseldorf-Marathons, die „Tour de Sparkasse“, bei der Filialen zu Mini-Konzertbühnen für Nachwuchsbands wurden, und das zweitägige „Festival 200“ am Rhein. Im Geschäftsgebiet gehörten außerdem Projekte wie eine nachhaltige Fahrradwerkstatt in Monheim dazu. Und mit der neu gegründeten Stiftung Nachhaltigkeit (Startkapital: 20 Millionen Euro) setzte die Sparkasse ein Zeichen, das über das Jubiläumsjahr hinausreichen soll.
Für all diese Aktionen – und für die vielen „kleinen“ Projekte – muss natürlich auch die Basis stimmen. Und die hat die Stadtsparkasse nach eigener Darstellung 2025 erwirtschaftet, trotz schwacher Konjunktur. Die Durchschnittsbilanzsumme stieg um 340,4 Millionen Euro auf 15,6 Milliarden Euro (plus 2,2 Prozent). Beim Neugeschäft aus Kreditzusagen und Wertpapiergeschäften legte das Volumen insgesamt um 500 Millionen Euro auf 3,1 Milliarden Euro zu.
Unterm Strich rechnet die Stadtsparkasse mit einem Betriebsergebnis vor Bewertung von 170,8 Millionen Euro (minus 30,9 Prozent) und nach Bewertung von 148,5 Millionen Euro (minus 21,6 Prozent). Nach Steuern wird ein Jahresergebnis von 100,3 Millionen Euro erwartet (minus 15,1 Prozent) – noch vor Veränderungen bei den Vorsorgereserven. Heißt: unter den beiden Top-Jahren davor, aber weiterhin deutlich über dem früheren Niveau.
Doch blickt die Sparkasse nicht nur zurück. Das Stichwort lautet „Transformation“: effizienter werden, damit in der Beratung mehr Zeit bleibt. Firmenkunden-Vorständin Henrietta Six nannte als Beispiele ein Anfang 2026 gestartetes Center für Heil- und Freiberufe, das Spezialwissen bündelt, sowie eine neue Einheit für Vereine und Stiftungen. Die Idee dahinter: Expertise zentral bündeln – und sie bei Bedarf in die Beratung in den Filialen „dazuschalten“. Denn, so Six: Vereine und Stiftungen sind oft alles andere als „Standardkunden“ – von Sportstätten über Fördermittel bis zu Finanzierungen, und selbst bei der Kontoeröffnung gelten eigene Regeln.
Auch an anderen Stellen sollen Kundinnen und Kunden merken, dass sich etwas bewegt. Die Filialen werden nach und nach auf einen neuen Designstandard umgestellt. Nach Oberbilk, Lörick und Garath folgt dieses Jahr Benrath, wie Privatkunden-Vorstand Dr. Michael Meyer erläuterte. Nach eigenen Angaben betreibt die Stadtsparkasse das dichteste Filialnetz der Banken in Düsseldorf; dazu kommen 131 Geldautomaten und 95 Selbstbedienungsterminals. Meyer kündigte außerdem personelle und inhaltliche Weichenstellungen an: Gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Michael Röttgen habe man weitere Strategien und Ideen für Privatkunden auf den Weg gebracht. Röttgen übernahm mit Meyers Eintritt in den Ruhestand Ende Mai zusätzlich die Verantwortung für das Privatkundengeschäft.
Röttgen nannte als Beispiele digitale Signaturen und ein Spezialisten-Team mit 20 Mitarbeitenden, das sich im neuen „Middle Office“ ausschließlich um Nachlass, Erbfälle und gesetzliche Betreuung kümmert und damit die Vertriebskollegen entlastet. Ziel sei es, Kundinnen und Kunden gerade bei diesen schwierigen Themen schnell und umfassend zu beraten – denn die Fälle seien oft rechtlich kompliziert und für alle Beteiligten zeitintensiv. Und auch bei der täglichen Kommunikation soll es schneller gehen: Kunden, die Anfragen zum Beispiel per Mail schicken, sollen umgehend eine Antwort erhalten.
Foto: Der Vorstand der Stadtsparkasse Düsseldorf konnte bei der Jahrespressekonferenz gute Zahlen und viel Mehrwert für die Region präsentieren: (von links) Henrietta Six, Dr. Stefan Dahm (Vorstandsvorsitzender), Michael Röttgen, Dr. Michael Meyer. (Foto von Sven Lorenz; Stadtsparkasse Düsseldorf)