11. April 2026

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Wuppertaler Literatur Biennale 2026 widmet sich der „Wut“

Die achte Wuppertaler Literatur Biennale stellt vom 7. bis 16. Mai 2026 eine Emotion in den Mittelpunkt, die das gesellschaftliche Klima der Gegenwart prägt: die Wut. Autor:innen aus dem deutschsprachigen Raum lesen, diskutieren und erkunden ihre politischen, persönlichen und historischen Dimensionen – als destruktive Kraft ebenso wie als möglichen Motor für Veränderung.

Vom 7. bis 16. Mai 2026 findet die achte Wuppertaler Literatur Biennale statt. Zum Thema „Die Wut“lädt das Festival für zeitgenössische Literatur und Diskurs zu rund 25 Veranstaltungen an verschiedenen Orten in Wuppertal ein. Autor*innen aus der Region und aus dem gesamten deutschsprachigen Raum lesen, diskutieren und reflektieren über eine Emotion, die das gesellschaftliche Klima der Gegenwart prägt wie kaum eine andere.

Wut ist in Kommentarspalten und Talkshows präsent, sie äußert sich in Protesten und politischen Konflikten ebenso wie in kulturellen Auseinandersetzungen um Sichtbarkeit und Zugehörigkeit. Die Wuppertaler Literatur Biennale fragt danach, woher diese Wut kommt, wie sie wahrgenommen wird – und wer sie überhaupt äußern darf. Dabei versteht das Festival Wut nicht nur als destruktive Kraft, sondern auch als Motor für Veränderung, als Überlebensstrategie und als Impuls für gesellschaftlichen Dialog.

Zu den eingeladenen Autor*innen zählt unter anderem Navid Kermani, der seinen neuen Roman „Sommer 24“ vorstellt und sich darin mit den Spannungen und Widersprüchen der Gegenwart auseinandersetzt. Auch Helga Schubert ist zu Gast: In ihrem Buch „Luft zum Leben. Geschichten vom Übergang“ versammelt sie Texte aus sechs Jahrzehnten ihres literarischen Schaffens.

Mit historischen und politischen Dimensionen von Wut beschäftigen sich weitere Programmpunkte: Jehona Kicaj erzählt in ihrem Debütroman „ë“ von den Folgen des Kosovokriegs und von transgenerationalen Traumata innerhalb einer Familie. Anja Kampmann richtet in „Die Wut ist ein heller Stern“ den Blick auf die Zeit des Nationalsozialismus und die zunehmende Bedrohung von Frauen am Beispiel einer Tänzerin auf der Reeperbahn.

Aktuelle Formen von Gewalt und gesellschaftlichen Konflikten thematisieren weitere Autorinnen des Festivals: Susanne Kaiser stellt mit „Witch Hunt“ den zweiten Band ihrer gesellschaftskritischen Krimireihe vor, der sich mit Cybermobbing und öffentlicher Hetze gegen Frauen befasst. In einer gemeinsamen Lesung sprechen Dana von Suffrin und Clara Leinemann über toxische Beziehungen und Gewalt im Privaten. 

Auch satirische und gesellschaftskritische Perspektiven finden Raum: Verena Keßler erzählt in „Gym“ von Selbstoptimierung und Selbstzerstörung im Fitnessstudio-Milieu, während die österreichische Autorin Sandra Weihs in „Bemühungspflicht“ ihre Erfahrungen aus der Sozialarbeit verarbeitet und die Wut auf bürokratische Ungerechtigkeiten literarisch sichtbar macht.

Mit ihren Veranstaltungen möchte die Wuppertaler Literatur Biennale die Wut aus der Ecke des Irrationalen holen und ihre gesellschaftlichen Ursachen sowie ihr politisches Potenzial zur Diskussion stellen. Literatur bietet dafür einen besonderen Raum: Sie kann Widersprüche aushalten, Emotionen sichtbar machen und Perspektiven eröffnen.


Das vollständige Programm online unter www.wlbiennale.de

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