Der Circus Roncalli setzt auch in Zukunft auf die Schiene: Am Kölner Hauptbahnhof wurde jetzt die Elektrolokomotive „Zippo“ offiziell vorgestellt. Die Lok wird künftig den historischen Sonderzug des Circus ziehen und ist nach der bekannten Clownfigur benannt, mit der Roncalli-Gründer Bernhard Paul über viele Jahre auftrat.
Die Lokomotive wurde vom Logistikunternehmen RailBavaria als Jubiläumsgeschenk anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Circus-Theaters Roncalli zur Verfügung gestellt. Die Gestaltung zeigt das Konterfei von Zippo und erinnert damit an eine der bekanntesten Figuren der Roncalli-Geschichte.
Roncalli gilt als letzter Circus Europas, der noch regelmäßig mit einem eigenen Sonderzug von Gastspielort zu Gastspielort reist. Während die meisten reisenden Circusunternehmen ihre Ausrüstung per Lkw transportieren, setzt Roncalli weiterhin auf die Eisenbahn. Rund 80 historische Wagen gehören zum Zugverband, in denen Requisiten, Technik, Werkstätten sowie Wohn- und Aufenthaltsbereiche für die Künstlerinnen und Künstler untergebracht sind.
Mit einer Länge von bis zu 1.100 Metern und einem Gesamtgewicht von rund 1.800 Tonnen transportiert der Zug die komplette Circusstadt durch Europa. Die neue Elektrolokomotive soll dabei möglichst mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden.
Die Taufe der Lok übernahmen Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsministerin Mona Neubaur und Roncalli-Gründer Bernhard Paul. Im Anschluss startete der Sonderzug zu einer Ehrenrunde durch Köln und anschließend zur nächsten Etappe der Jubiläumstournee. Zu den kommenden Gastspielorten gehören Ludwigsburg, Wien, Innsbruck und Linz.
Mit der neuen Lok setzt Roncalli eine Tradition fort, die einst für viele Circusunternehmen selbstverständlich war, heute jedoch nahezu verschwunden ist. Der Sonderzug bleibt damit eines der markantesten Merkmale des Kölner Circus-Unternehmens.